Jahresbericht 2006

Jemenhilfe e.V. wurde am 24.04.2005 gegründet und ist in das Vereinsregister unter folgender Nummer eingetragen: Registerblatt VR 4220. Ebenso wurde Jemenhilfe e.V. am 13.05.2005 die Gemeinnützigkeit zugesprochen und ist beim Finanzamt I in Wiesbaden unter der folgenden Steuernummer: 4025068455-IX/4 eingetragen.

Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

  • 1.Vorsitzende : Katarzyna Zaleta
  • 2.Vorsitzende : Lisa Steinmetz
  • Schatzmeisterin : Romina Tröger

Jemenhilfe e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Not leidende Menschen im Jemen zu unterstützen. Die Schwerpunkte der Vereinsarbeit beziehen sich auf die Bereiche Entwicklungshilfe und Erziehung und Bildung/ Ausbildung .

Aktivitäten im Jemen / Das Wasserprojekt

Im Mai 2006 ist es uns nach vielen Anläufen gelungen, Kontakt mit einem Fachmann zu herzustellen und zu intensivieren. Es handelt sich um den Entwicklungshelfer und Dipl. Forstwirt Matthias Leibbrand, der seit einigen Jahren im Jemen lebt und sich mit dem Verein „Vision Hope International e.V.“ vor Ort in den Dörfern engagiert. Herr Leibbrand wurde zu einem kompetenten Ansprechpartner für allerlei Fragen vor Ort, z.B. Abwicklung der Projekte, sowie die Vermittlung zur jemenitischen NGO ( Nichtregierungsorganisation) Association Jamaiyya Mustaqbal mit ihrem Sitz in Hajja, die von Herrn Faris Al Aliyi geleitet wird. Nach längerem Kontakt mit Herrn Leibbrand machte dieser sich in unserem Auftrag auf den Weg nach Karn Afif, um sich selbst ein Bild von der Dorfsituation zu machen. Der Besuch ergab, dass die vorhandene Zisterne zwischenzeitlich vom Social Fund saniert wurde. Herr Leibbrand teilte außerdem mit, dass eine Zisterne nicht für alle Bewohner ausreiche. Allerdings sei sinnvoll, mit einem kleineren Projekt zu beginnen. Die einheimische NGO Jamaiyya Mustaqbal hat sich bereit erklärt, mit uns zusammenzuarbeiten und die Arbeit vor Ort zu übernehmen. Am 17.11.06 machte sich Herr Faris Al Aliyi mit seinen Mitarbeitern ins Dorf auf, um sich als unser „Mitstreiter“ vorzustellen. Ebenso erläuterte er das geplante erste Projekt. Es handelt sich um Filtersysteme, die auf Haushaltsebene eingeführt werden sollen. Das Einführen der Filter eignet sich als erstes Projekt besonders, da es keine allzu großen finanziellen Risiken birgt und man so gut die Motivation der Dorfbewohner „testen“ kann. Die Filter sind dazu da, das mit Bakterien verseuchte Zisternenwasser zu reinigen. Durch die Filter werden bis zu 85% der Bakterien beseitigt, was die Wasserqualität erheblich verbessert.

Beim ersten Treffen mit der Dorfgemeinschaft wurde direkt ein Komitee, das aus fünf Mitgliedern besteht, gegründet. Es hat die Aufgabe, dass Dorf nach außen zu vertreten und die Zusammenarbeit der Bewohner zu organisieren. Ebenso wurde von der Jamaiyya Mustaqbal ein kurzer Bericht über das Leben in Qarn Afif verfasst. Nachdem die Dorfgemeinschaft 20% der Ausgaben für das erste Projekt eingesammelt hatte, wurden die Utensilien für die Verteilung der Wasserfilter beschaffen. Am 25.12. konnten die Filter ihre Besitzer wechseln, der Großteil der Dorfgemeinschaft - 156 Familien mit 987 Personen- konnten von unserem ersten Projekt profitieren. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Herrn Leibbrand von Vision Hope und an die NGO Jamaiyya Mustaqbal, die es ermöglicht haben, unser Vorhaben zu verwirklichen.

Aktivitäten in Deutschland

Hauptarbeitsfelder von Jemenhilfe e.V. waren wie im Vorjahr auch die Öffentlichkeitsarbeit, verbunden mit Beschaffung von Finanzmitteln, sowie der Kontakt in den Jemen, um eine Vertrauens- und Vermittlungsperson zu finden.

1.Öffentlichkeitsarbeit

Die Mitglieder des Vereins nahmen an vielen kleinen Aktionen teil, um die Vereinstätigkeit und den Jemen dar- bzw. vorzustellen. Dazu zählten unter anderem Flohmarktstände, die an fünf Terminen in Mainz und Wiesbaden stattfanden. Ebenso war der Verein mit einem Infostand auf dem „Tag des Ehrenamtes“ in Rockenhausen in der Pfalz zu Gast. Ende des Sommers nahmen wir am Sommerfest der Wollwerkstatt „WollArt“ in Wiesbaden-Erbenheim teil. Die Inhaberin der Werkstatt hat uns ebenso mit einem Verkaufs- und Infostand zum Adventsmarkt eingeladen. Die Vereinswebsite wurde weiter gestaltet, Berichte wurden mit vielfältigen Fotos und Aufzeichnungen veranschaulicht. Ebenso konnten wir jemanden gewinnen, der unsere Website ins Englische übersetzte. Dadurch erhoffen wir uns, noch mehr Menschen ansprechen zu können und sie für unsere Arbeit zu gewinnen.

Im Laufe des Jahres wurden wir in den folgenden Zeitungen bzw. Zeitschriften vorgestellt:

  • Flummi April/ Mai 2006
  • Blickpunkt / Mai 2006
  • Wiesbadener Kurier / Oktober 2006
  • Fraport Intranet / Dezember 2006
  • I-Punkt / Dezember 2006

Im Weltladen Wiesbaden haben wir das Schaufenster mit typisch jemenitischen Utensilien und Infomaterial zur Vereinstätigkeit gestaltet. Das Schaufenster konnte zwei Wochen bewundert werden.

2.Fundraising

Dieses Jahr gingen zwei Bewerbungen zur Unterstützung unserer Projekte an „Start Social“ und die Naspa Stiftung Wiesbaden. Leider wurden beide Bewerbungen abgelehnt. Von „Start Social“ bekam Jemenhilfe eine Absage mit konstruktiver Kritik, die gut umzusetzen ist. An vielen „Türen“ haben wir angeklopft, z.B. bei Hit Radio FFH, einigen großen Firmen und Organisationen, jedoch blieb der große Erfolg noch aus. Es ist uns gelungen zwei Sponsoren für unsere Arbeit zu gewinnen, „Amazon“ und „Ebay“, diese beiden Internetanbieter sind mit einem Link auf unserer Website verankert. Durch die bestehende Partnerschaft, d.h. jede Bestellung kommt auch uns zu Gute und ermöglicht die Kosten für den Internetauftritt zu decken.

3.Spenden

Die Spenden setzten sich meist aus dem Umkreis der Mitglieder und deren Freundes- und Familienkreis zusammen. Nur langsam gelingt es uns, durch die Aktionen neue Spenden zu gewinnen. Die größte Spende kam von der Firma FRAPORT AG in Frankfurt am Main. Die Spendenwerbung ist nach wie vor eines der wichtigsten Elemente unserer Vereinsarbeit und wir sind stetig bemüht, sie auszubauen.

4.Vereinsarbeit / Verwaltung / Vorstand

Alle Mitglieder des Vereins leisten ehrenamtliche Arbeit ohne Entgelt. Zugleich wird unsere Arbeit durch interessierte Helfer ohne Mitgliedschaft unterstützt. Der Vorstand kam zu fünf Sitzungen zusammen, fernerhin bestand ein reger Austausch über Telefon und Internet. Die jährliche Mitgliederversammlung fand am 31.01.2006 in den Räumlichkeiten des Integrativen Waldorfkindergartens in Wiesbaden statt. Der Vorstand wurde offiziell für das Jahr 2006 entlastet.

Einen herzlichen Dank für das Engagement und die tatkräftige Unterstützung möchten wir allen Mitgliedern, Helfern, Interessierten und Spendern /innen aussprechen.

Es bleibt uns noch zu sagen: „Nur gemeinsam sind wir stark!“

Sukran- Danke an alle, denen das Schicksal der Jemeniten genauso am Herzen liegt wie uns!

Katarzyna Zaleta

1 Vorsitzende

Lisa Steinmetz

2 Vorsitzende

Wiesbaden, 07.02.2007